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LOS-Projekt: Aus der Spielplatzbetreuung am „Roten Platz“

 
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Zwei Tage unter einem Dach

LOS-Projekt: Aus der Spielplatzbetreuung am „Roten Platz“ im Dicken Busch II ist eine feste Gruppe geworden – Ein Wochenende mit Kindern im Naturfreundehaus
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Fröhliche Kinder turnen durch den Gemeinschaftsraum, eine Gruppe Frauen steht in der Küche vor dampfenden Töpfen und redet und lacht, andere sitzen am Tisch und diskutieren wild gestikulierend. Zehn Mütter, ein Vater und 15 Kinder im Alter zwischen anderthalb und 13 Jahren tummeln sich beim Familienwochenende, welches das Freizeithaus und die Stadtteilwerkstatt Dicker Busch jetzt im Naturfreundehaus ausrichteten. Der Großteil von ihnen hat sich bereits im vergangenen Jahr bei der Spielplatzbetreuung auf dem „Roten Platz“ und bei verschiedenen Spielaktionen engagiert. Das Wochenende sollte dazu dienen, die so geknüpften Kontakte und Freundschaften zu pflegen, das Programm der vergangenen Saison zu reflektieren und neue Pläne zu schmieden.

Julia Purwien vom Freizeithaus und Paola Banfi von der Stadtteilwerkstatt begleiteten die Veranstaltung. Beide sind begeistert von der großen Nachfrage seitens der Mütter. Was vor zwei Jahren als Spielplatzpatenschaft begann, hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Längst beteiligen sich auch Mütter, die gar nicht im Dicken Busch wohnen, sondern über Bekannte und Freunde davon erfahren haben.

„Die Aktion ist unglaublich erfolgreich. Man lernt die Leute auf einer persönlichen Ebene kennen“, erzählt Purwien. Obwohl es sich nicht um ein ausgesprochenes Integrationsprojekt handelt, beteiligen sich nur Mütter aus Migrantenfamilien. Sie stammen aus Marokko, der Türkei und Eritrea.

Bastelaktionen, Gesellschaftsspiele und ein Lagerfeuer mit Stockbrot sorgen bei den Kindern für Stimmung. Höhepunkt ist der Besuch der Artistengruppe „Jumpin’ Juggins“. Die beiden Clowns Jean-Jacques und Doktor Hebbel zeigen den Kindern, wie sie rotierende Teller auf Stäben balancieren, Einrad fahren und die Bälle durch die Luft befördern können. Am Ende gibt es für alle eine Showeinlage mit gewagten Kunststücken mit dem Diabolo, Tricks auf dem Einrad und einer aus Kindern gebauten „Klangmaschine“. Alle quietschen und klatschen begeistert. Nur der kleine Anas ist ganz still: Er ist auf dem Arm seiner Mama eingeschlafen.

Quelle: Lesen Sie weiter bei Echo Online

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Frauen leiten ihr Projekt nun selbst

An erster Stelle kommen die Kinder. An der zweiten Stelle kommen die Kinder. Und an der dritten Stelle kommen auch die Kinder. „Sie sind unsere Zukunft“, sagt Saida Ezzaromali. Die junge Mutter hat sich im Rahmen eines 2006 vom Verein „Auszeit“ gestarteten LOS-Projekts (Lokales Kapital für soziale Zwecke) in der Spielplatzpatenschaft für den „Roten Platz“ im Dicken Busch II engagiert und sich für das soziale Ehrenamt ausbilden lassen.

„Die ursprüngliche Idee war, das Interesse an dem Spielplatz zu wecken und die Leute dazu zu bewegen, dass sie darauf achten, ob alle Spielgeräte intakt sind“, erklärt Julia Purwien vom Freizeithaus Dicker Busch. Doch daraus entwickelte sich viel mehr, als die Organisatoren jemals zu hoffen gewagt hatten. Das Projekt fand in der Bevölkerung große Resonanz. Wöchentlich trafen sich engagierte Mütter auf dem Platz, um Spielaktionen für die Kinder anzuleiten. Einmal im Monat werden nun in einer Teamsitzung organisatorische Abläufe besprochen. Zum Nikolaustag gab es 2006 und 2007 große Spielenachmittage mit Besuch des Nikolauses.

„Wir versuchen, uns an die Wünsche und Vorstellungen der Bewohner anzunähern. Wir wollen nichts aufsetzen, sondern eigene Ideen fördern“, erläutert Julia Purwien. Der Förderzeitraum dieses LOS-Projekts endete im Juni 2007. Seitdem haben sich die beteiligten Frauen – allesamt Mütter mit kleinen Kindern – selbstständig gemacht. Durch die bei LOS gewonnenen Erfahrungen und Qualifikationen können sie das Ruder nun selbst in die Hand nehmen.



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