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Mit Rap und Farbe gegen das Grau

 
  ein bild Mit Rap und Farbe gegen das Grau

Hip-Hop-Kultur: Im Dicken Busch etabliert die Initiative „Zulu Soul“ eine Jugendbewegung – Plattform für Kreativität

Timucin Balcin und Markus Hergenröther, die beiden treibenden Kräfte hinter der Initiative „Hip-Hop und Jugend Rüsselsheim“. Seit drei Jahren sorgen sie rund um das Freizeithaus Dicker Busch dafür, dass die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil eine Plattform finden, auf der sie ihre Kultur von Rap, Breakdance, Graffiti und Streetball leben können. Am Sonntag (17.9) fand zum zweiten Mal ein großer Hip-Hop-Jam auf dem Gelben Platz, dem Bolzplatz am Rudolf-Glauber-Weg, statt (weiterer Bericht auf dieser Seite unten).

„Der Dicke Busch ist eine sehr schöne Basis für die Kultur des Hip-Hop, hier ist mehr los als in anderen Stadtteilen, hier ist man gefordert“, sagt Timucin Balcin, der in der Szene den Künstlername Soguk Ates trägt. Oder, wie es in einem Rap der Gruppe Zulu Soul Fight heißt: „Es kann sein, dass die Dinge hier nicht perfekt sind, doch jetzt sagt mir mal, wo das tatsächlich so ist. Ohne Abwechselung ist das Leben bloß trist.“ Der Name Zulu geht auf Afrika Bambaataa zurück, den Gründer der Hip-Hop-Vereinigung „Universal Zulu Nation“. Die Rüsselsheimer Gruppe darf ihn benutzen, weil die Organisation ihre Initiative unterstützt, wie Timucin Balcin stolz erklärt.

Höhepunkte waren im vergangenen Sommer ein erster Hip-Hop-Jam, bei dem Künstler aus ganz Deutschland mit den Jugendlichen der lokalen Szene zusammentrafen. Einen Tag lang wurde gerappt, getanzt und gesprayt, eine riesige öde Betonwand bekam ein knallbuntes Graffiti. Zum Welt-Aids-Tag versammelten die Rüsselsheimer am 3. Dezember noch einmal die Szene, darunter ihr Idol Torch aus Heidelberg, Lunaflow aus Frankfurt oder Germ aus Berlin.

„Der Dicke Busch ist leider oft sehr negativ besetzt, er ist auch sicherlich keine einfache Gegend“, erklärt Michael Gebhard, Sozialarbeiter im Freizeithaus. „Aber gerade in den letzten Jahren hat sich der Stadtteil sehr positiv verändert.“ Einen großen Anteil daran schreibt er dem Engagement der Jugendlichen zu. „Die Kids haben einfach viel Energie, dieses Potenzial muss man nutzen“, sagt Timucin Balcin.

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